Die Soldaten mit Herz sind Kärntens „Wehrpolitische Organisation des Jahres 2021“ Präsident John Patrick Platzer war bei Verleihung war sichtlich gerührt

Die Auszeichnung „Wehrpolitische Organisation des Jahres“ geht an Unternehmen, Betriebe oder Vereine, die den wehrpolitischen Auftrag und die Bedürfnisse des Bundesheeres im Bundesland Kärnten in vorbildlicher Weise fördern. Die 21. Ehrung hat beim Jahresempfang des Militärkommandanten 2021 in der Klagenfurter Khevenhueller Kaserne stattgefunden. Am Donnerstag erhielt der gemeinnützige Verein „Soldaten mit Herz“ vom Militärkommando Kärnten die Auszeichnung „Wehrpolitischen Organisation des Jahres 2021“, welche vom Präsidenten John Patrick Platzer beim Festakt in Empfang genommen wurde. 

Einhaltung der Covid-19-Schutzmaßnahmen

Unter Einhaltung der „2-G-Regel“ und Registrierung wurde die Ehrung im ehemaligen Offizierskasino der Khevenhüller-Kaserne durchgeführt. Kärntens Militärkommandant, Brigadier Walter Gitschthaler, begrüßte die geladenen Ehrengäste – unter anderem die Kärntner Landesräte Martin Gruber und Daniel Fellner, den Bürgermeister der Stadt Klagenfurt Christian Scheider, die Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß und den Kommandanten der 7. Jägerbrigade, Brigadier Horst Hofer.

Laudatio für Platzer und seinen Soldaten mit Herz

„Der Verein, der heuer ausgezeichnet wird, beweist, dass Milizsoldaten ein besonders großes Herz haben“, erklärte Oberst Ralf Gigacher vom Militärkommando Kärnten in seiner Laudatio. Seit Beginn der Pandemie haben sich die Kameraden mit ihren zahlreichen Spendenaktionen für notleidende Kinder und Jugendliche eingesetzt: Ob Schlitten an Weihnachten, Schlafsäcke für junge Obdachlose, Schultaschen für bedürftige Tafelklässler oder auch Trauerbegleitung für Waisenkinder – dies ist nur ein kleiner Auszug aus Ihrem breitgefächerten Wohltätigkeitsportfolio. „Platzer bewies mit seinem Verein vortrefflich eine soldatische Tugend – nämlich Hilfsbereitschaft! Herr Korporal, wir schätzen Ihren österreichweiten Einsatz außerordentlich“, lobte Gigacher.
Platzer erhielt zwei Auszeichnungen: Erstens wurde das „Milizgütesiegel“, das für die aktive Unterstützung von Milizsoldaten in Organisationen steht, von Bundesministerin Klaudia Tanner verliehen. „Und zweitens dürfen wir den Verein als ‚Wehrpolitische Organisation des Jahres 2021′ auszeichnen. Herzlichen Glückwunsch!“, so der Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit abschließend.

Bundesheer/Arno Pusca

Bundesheer hat in Kärnten große Bedeutung

Platzer, der ebenso Landesobmann der Chargengesellschaft und eingeteilter Informationsoffizier des Militärkommandos Kärntens ist,  bedankte sich für die Auszeichnung, die er als Präsident des Vereins „Soldaten mit Herz“ entgegennahm. In seiner Rede hob er die große Bedeutung des Bundesheeres für die Bevölkerung hervor: „Ich war zuerst bei den Pionieren in Kärnten und der Steiermark in Katastropheneinsätzen, danach war ich während der Flüchtlingskrise an der Grenze zu Slowenien und finde es einfach sehr wichtig, dass es das Bundesheer in seiner jetzigen Form, auch in Hinblick auf die neuen Aufgaben im Zuge der Corona-Pandemie, gibt.“ Trotz oder gerade aufgrund der schwierigen Covid-Herausforderungen in den Jahren 2020 und 2021, organisierte der Miliz-Korporal Platzer mit seinen Kameraden österreichweit zahlreiche Spendenaktionen für bedürftige Kinder und Jugendliche. „Auch in unserer Freizeit setzen wir (Milizsoldaten) uns für andere Menschen ein. Wir schützen Österreich nicht nur, sondern wir helfen, auch wenn wir nicht im Dienst sind!“, so der 33-jährige Krumpendorfer, der bei seiner Dankesrede sichtlich überrascht und auch gerührt war. „Wir sehen diese Auszeichnung als Auftrag, uns auch weiterhin wohltätig zu engagieren. Ich bedanke mich Herzen für diese Anerkennung! Danke!“

Bundesheer/Arno Pusca

Feierlicher „Tag der Miliz“ in Güssing

Am Samstag, den 2. Oktober 2021, fand der „Tag der Miliz“ in Güssing statt. Zahlreiche Fest- und Ehrengäste aus Politik, Militär und namhaften Unternehmen gaben dem alljährlichen Treffen von Abordnungen der unterschiedlichen Milizverbände einen besonderen Rahmen. Auf der Festwiese von Güssing traten etwa 100 Soldaten des Milizstandes, eine Ehrenformation der Garde und die Gardemusik gemeinsam an, um besonders herausragende Soldaten der Miliz und Milizwerber ihre Anerkennung zu zeigen. Des Weiteren wurde der Wichtigkeit der Miliz und dem Erfahrungsgewinn für Militär und ziviler Wirtschaft großer Stellenwert gegeben.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Generalmajor Erwin Hameseder, der Milizbeauftragte des Bundesheeres, wiesen auf die Leistungen der Miliz und im Speziellen im Rahmen der erstmaligen Aufbietung der Miliz im Jahre 2020 für die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie, hin.

Generalmajor Hameseder verlieh im Rahmen der Veranstaltung den Sonderpreis des Miliz-Beauftragten an die TÜV AUSTRIA Akademie GmbH für die Pionierarbeit bei der Realisierung des Projektes „Zertifizierung militärischer Fähigkeiten nach internationalen zivilen Normen“.

Landtagspräsidentin Verena Dunst, welche in Vertretung des Landeshauptmannes Hans Peter Doskozil anwesend war, zeichnete die besten drei Miliz-werbenden Verbände mit einer Auszeichnung aus; dabei gewann das Jägerbataillon 17 den ersten Platz. Gefolgt auf Platz zwei das Panzergrenadierbataillon 35 und auf Platz drei das Aufklärungs- und Artilleriebataillon 3. Die Landtagspräsidentin zeigte sich in ihren Worten dankbar für die harte Arbeit der Milizsoldaten im vergangenen Jahr und auch aktuell an der burgenländischen Grenze.

Verteidigungsministerin Tanner brachte ihren Dank und ihre Anerkennung in Form der Auszeichnung des besten Miliz-Einzelwerbers zum Ausdruck. Dabei handelt es sich um Offizierstellvertreter Harald Wonisch, der, wie die Sieger der Miliz-werbenden Verbände, aus dem Jägerbataillon 17 kommt. Des Weiteren zeichnete Klaudia Tanner CAVEO Safety Management & Dokumentation e.U. und den Wirtschaftsbund Wien mit dem Miliz-Award 2020 aus. Den begehrten Preis für das Jahr 2021 konnte sich die GREE GmbH sichern.

„Viele Einsätze des Bundesheeres wären ohne Miliz nur schwer möglich, zum Teil stellen Milizsoldaten dabei sogar den Großteil des Personals bei Auslandseinsätzen. Auch im Inland übernehmen Angehörige der Miliz Einsatzaufgaben, etwa bei Hilfseinsätzen. Ich bedanke mich bei allen Ausgezeichneten für ihr Engagement“, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

Milizsoldaten sind Männer und Frauen, die ihren Grundwehr- oder Ausbildungsdienst geleistet haben und in der Einsatzorganisation des Bundesheeres weiterhin eine Aufgabe wahrnehmen. Als Offiziere, Unteroffiziere oder auch als Mannschaften sind sie ein integraler Bestandteil des Wehrsystems.

Foto: Bundesheer/Carina KARLOVITS

MILIZ ist MEHR-WERT!

Gastkommentar von Wachtmeister Christian Bayer, Schriftführer vom Milizverband Österreich

Jährlich wird am 9. Juni der „Tag der Miliz“ in Österreich gefeiert. Milizsoldaten gehen – wenn beruflich möglich – in der Uniform in die Arbeit. Sie zeigen damit, dass sie zu den über 30.000 Milizsoldatinnen und Milizsoldaten zählen, die als „strategische Reserve“ der Republik Österreich dienen. Milizsoldaten haben eine feste Verankerung in der Gesellschaft, üben unterschiedlichste Berufe aus und stellen ihre Kompetenz sowohl im zivilen als auch im militärischen Umfeld unter Beweis. Milizsoldaten sind Teamplayer und scheuen die Verantwortung nicht, sie bilden sich laufend weiter und halten sich damit einsatzbereit. Das ist Mehrwert für das Österreichische Bundesheer und das ist Mehrwert für den Arbeitgeber!

Mit der Kampagne zum „Tag der Miliz 2021“ hat der MILIZVERBAND ÖSTERREICH seine Mitglieder aufgerufen, ihre zivilen und militärischen Kompetenzen zu zeigen. Wir danken allen Milizsoldatinnen und Milizsoldaten fürs Mitmachen. Insbesonders herzlichen Dank an Korporal John Patrick PLATZER, der neben Beruf und Miliz auch noch im gemeinnützigen Bereich mit „Soldaten mit Herz“ eine wertvolle Initiative für die Gesellschaft leitet.

 Info:
„MILIZVERBAND ÖSTERREICH“ ist ein unabhängiger und überparteilicher Interessensverband aller Wehrpflichtigen des Miliz- und Reservestandes des Österreichischen Bundesheeres.
HP: www.milizverband.at

Erste Teilmobilmachung der Miliz jährt sich

Am 04. Mai 2020, erfolgte die erste Teilmobilmachung in der Geschichte der Zweiten Republik. 1.400 Milizsoldatinnen und -soldaten rückten bei 13 Jägerkompanien ein, um den Covid-19-Einsatz in ganz Österreich zu unterstützen. Um die Durchhaltefähigkeit der Soldaten und Soldatinnen sicherzustellen, unterzeichnete Klaudia Tanner als erste Verteidigungsministerin Österreichs am 3. April 2020 die Einsatzverfügung zur ersten Teilmobilisierung der Miliz. Anlässlich des Jahrestages übergab die Bundesministerin dieses historisch bedeutsame Dokument dem Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums, Dr. Christian Ortner. Das Schriftstück ist für die Militärgeschichte Österreichs von großer Bedeutung und erhält nun mit der Übergabe einen besonderen Platz.

„Vor genau einem Jahr habe ich als erste Verteidigungsministerin, erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik die Miliz einberufen. Dieser historische Moment wird nun im Heeresgeschichtlichen Museum sichtbar sein. Ich freue mich sehr, dass dieses besondere Dokument ab heute für jede und jeden öffentlich zugänglich ist. Die Miliz konnte durch ihren Einsatz einmal mehr beweisen, dass sie der Garant für die Durchhaltefähigkeit des Bundesheeres ist“, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

Die Milizsoldaten und Milizsoldatinnen lösten ab Mitte Mai neben Berufssoldaten und Berufssoldatinnen auch rund 2.300 Grundwehrdiener ab, deren Präsenzdienst zuvor wegen den Herausforderungen im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie, um zwei Monate verlängert wurde. Damit wurde die Durchhaltefähigkeit des Bundesheeres sichergestellt. Insgesamt arbeiteten sie 1.325.000 Stunden um die Pandemie einzudämmen.

Ihre Aufgaben reichten vom Unterstützen der Massentestungen über „Contact-Tracing“ bis hin zu sicherheitspolizeilichen und gesundheitsbehördlichen Kontrollen an den Grenzen. Mit 31. Juli 2020 endete der Einsatzpräsenzdienst für die Miliz.

Neue Möglichkeiten nach erster Teilmobilmachung
Im Bereich des Grundwehrdienstes wurde das Modell „Mein Dienst für Österreich“ geschaffen. Wer nach dem Grundwehrdienst noch mehr für Österreich leisten möchte, kann sich bei diesem Modell zu einem dreimonatigen Inlandseinsatz an einem Ort seiner Wahl melden. Freiwillige erhalten im Assistenzeinsatz pro Monat etwa 3.000 Euro netto.

Auch ins Milizsystem wurde investiert. Mit dem 200 Millionen Euro Sonderinvest-Milizpaket konnten bereits die ersten, dringendsten Beschaffungen durchgeführt werden. Die Investitionen in Mobilität, Bewaffnung und Ausrüstung bringen eine deutliche Steigerung der materiellen Einsatzfähigkeit mit sich. Die Umsetzung aller Maßnahmen ist bis 2024 vorgesehen.

Foto: Bundesheer/Pusch