MILIZ ist MEHR-WERT!

Gastkommentar von Wachtmeister Christian Bayer, Schriftführer vom Milizverband Österreich

Jährlich wird am 9. Juni der „Tag der Miliz“ in Österreich gefeiert. Milizsoldaten gehen – wenn beruflich möglich – in der Uniform in die Arbeit. Sie zeigen damit, dass sie zu den über 30.000 Milizsoldatinnen und Milizsoldaten zählen, die als „strategische Reserve“ der Republik Österreich dienen. Milizsoldaten haben eine feste Verankerung in der Gesellschaft, üben unterschiedlichste Berufe aus und stellen ihre Kompetenz sowohl im zivilen als auch im militärischen Umfeld unter Beweis. Milizsoldaten sind Teamplayer und scheuen die Verantwortung nicht, sie bilden sich laufend weiter und halten sich damit einsatzbereit. Das ist Mehrwert für das Österreichische Bundesheer und das ist Mehrwert für den Arbeitgeber!

Mit der Kampagne zum „Tag der Miliz 2021“ hat der MILIZVERBAND ÖSTERREICH seine Mitglieder aufgerufen, ihre zivilen und militärischen Kompetenzen zu zeigen. Wir danken allen Milizsoldatinnen und Milizsoldaten fürs Mitmachen. Insbesonders herzlichen Dank an Korporal John Patrick PLATZER, der neben Beruf und Miliz auch noch im gemeinnützigen Bereich mit „Soldaten mit Herz“ eine wertvolle Initiative für die Gesellschaft leitet.

 Info:
„MILIZVERBAND ÖSTERREICH“ ist ein unabhängiger und überparteilicher Interessensverband aller Wehrpflichtigen des Miliz- und Reservestandes des Österreichischen Bundesheeres.
HP: www.milizverband.at

Erste Teilmobilmachung der Miliz jährt sich

Am 04. Mai 2020, erfolgte die erste Teilmobilmachung in der Geschichte der Zweiten Republik. 1.400 Milizsoldatinnen und -soldaten rückten bei 13 Jägerkompanien ein, um den Covid-19-Einsatz in ganz Österreich zu unterstützen. Um die Durchhaltefähigkeit der Soldaten und Soldatinnen sicherzustellen, unterzeichnete Klaudia Tanner als erste Verteidigungsministerin Österreichs am 3. April 2020 die Einsatzverfügung zur ersten Teilmobilisierung der Miliz. Anlässlich des Jahrestages übergab die Bundesministerin dieses historisch bedeutsame Dokument dem Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums, Dr. Christian Ortner. Das Schriftstück ist für die Militärgeschichte Österreichs von großer Bedeutung und erhält nun mit der Übergabe einen besonderen Platz.

„Vor genau einem Jahr habe ich als erste Verteidigungsministerin, erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik die Miliz einberufen. Dieser historische Moment wird nun im Heeresgeschichtlichen Museum sichtbar sein. Ich freue mich sehr, dass dieses besondere Dokument ab heute für jede und jeden öffentlich zugänglich ist. Die Miliz konnte durch ihren Einsatz einmal mehr beweisen, dass sie der Garant für die Durchhaltefähigkeit des Bundesheeres ist“, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

Die Milizsoldaten und Milizsoldatinnen lösten ab Mitte Mai neben Berufssoldaten und Berufssoldatinnen auch rund 2.300 Grundwehrdiener ab, deren Präsenzdienst zuvor wegen den Herausforderungen im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie, um zwei Monate verlängert wurde. Damit wurde die Durchhaltefähigkeit des Bundesheeres sichergestellt. Insgesamt arbeiteten sie 1.325.000 Stunden um die Pandemie einzudämmen.

Ihre Aufgaben reichten vom Unterstützen der Massentestungen über „Contact-Tracing“ bis hin zu sicherheitspolizeilichen und gesundheitsbehördlichen Kontrollen an den Grenzen. Mit 31. Juli 2020 endete der Einsatzpräsenzdienst für die Miliz.

Neue Möglichkeiten nach erster Teilmobilmachung
Im Bereich des Grundwehrdienstes wurde das Modell „Mein Dienst für Österreich“ geschaffen. Wer nach dem Grundwehrdienst noch mehr für Österreich leisten möchte, kann sich bei diesem Modell zu einem dreimonatigen Inlandseinsatz an einem Ort seiner Wahl melden. Freiwillige erhalten im Assistenzeinsatz pro Monat etwa 3.000 Euro netto.

Auch ins Milizsystem wurde investiert. Mit dem 200 Millionen Euro Sonderinvest-Milizpaket konnten bereits die ersten, dringendsten Beschaffungen durchgeführt werden. Die Investitionen in Mobilität, Bewaffnung und Ausrüstung bringen eine deutliche Steigerung der materiellen Einsatzfähigkeit mit sich. Die Umsetzung aller Maßnahmen ist bis 2024 vorgesehen.

Foto: Bundesheer/Pusch